...wir befinden uns am Abgrund und manchmal wird uns das bewusst, wird es spürbarer, dass wir nur noch einen Fuß nach vorne setzten müssten, um ins Leere zu treten, um den Boden vollends unter uns zu verlieren. Diese Momente scheinen mir unglaublich wertvoll zu sein, da egal wie man mit dieser Gewissheit umgeht, sofern man hier überhaupt von so etwas wie Umgang sprechen kann, jedes Gefühl als intensiv und unausweichlich wahrgenommen wird.
Meistens werde ich von all dieser Dunkelheit überrollt, glaube ich den letzten Schritt getan zu haben, zu sehen wie wir ihn getan haben, zu fallen... ohne konstante Bezugspunkte, ohne einen Anfang oder ein Ende zu sehen, in das Nichts, ohne jemals anzukommen. Ein Tropfen in einem Wasserfall, der die anderen nicht sehen kann, der sie weder spüren noch ausmachen kann; gelenkt durch ein bloßes Erahnen und das Vertrauen ein "Mehr" zu kennen, ein "Mehr" zu wissen... dass ich nicht allein falle... doch dreht sich jegliches Fallen um mich.
In Träumen bin ich oft gefallen, bin von unzähligen Klippen, von morschen Brücken gestürzt, bin auf unzähligen Flüssen, auf unendlich vielen Felsen aufgetroffen, zerborsten, zerstört. Doch bevor ich mich darauf konzentrieren kann wie sich dieser zerschlagene Zustand wirklich anfühlt - wie es sich anfühlt anzukommen -, wache ich auf, um festzustellen, dass mein Körper ganz und nur mein Inneres in Stücke gerissen ist, zerstreut ins Unendliche...




Text von Ally Klein